Claude Duet arbeitet weiter, wenn du den Laptop zuklappst
Software erledigt seit dieser Woche spürbar mehr auf eigene Faust. Anthropic hat Claude Duet gebracht, einen Agent, der weiterarbeitet, wenn du den Laptop zuklappst. AI-Modelle haben zwei kritische Lücken in PHP mitgefunden, die seit 2004 drinnenstecken, Replit hat seinen Standard-Agent von Claude auf OpenAI umgestellt, Recursive bringt ein kostenloses Coding-Modell auf den Laptop, und in Fremont läuft die Optimus-Produktion von Tesla.
Anthropic: Claude Duet macht nie Feierabend
Anthropic hat am 21. Oktober Claude Duet angekündigt, einen Agent, der rund um die Uhr auf einem eigenen Cloud-Rechner läuft und weitermacht, wenn du die App schließt. Er behält Mail und Kalender im Blick, schickt dir in der Früh ein Briefing, entwirft Antworten und hakt bei Threads nach, die eingeschlafen sind. Größere Jobs wie Research-Briefings, Finanzmodelle oder Slide Decks landen in einem eigenen Make-Tab.
Er nutzt dieselben Memories, Skills und Connectors wie das normale Claude. Dazu hängt er sich an Stripe und läuft offenen Rechnungen nach, und bevor er etwas sendet, zahlt, unterschreibt oder löscht, fragt er nach. 9to5Google hat ein Hands-on-Video, wenn du ihn in Aktion sehen willst.
Im Moment ist Duet eine Research Preview für Pro- und Max-Abonnenten in den USA, mit Warteliste, und die Arbeit im Hintergrund zählt zu deinem Plan-Limit. Team und Enterprise kommen später.
Anthropic zielt damit auf dieselbe Zielgruppe wie ChatGPT Dots und Meta Muse. Für Agenturen ist allein das Nachlaufen offener Rechnungen schon ein Grund, sich auf die Warteliste zu setzen.
PHP: Zwei kritische Lücken aus 2004, gefunden mit AI-Modellen
Die NSA hat am 21. Oktober vor zwei kritischen Lücken in PHP gewarnt, über die Angreifer an das Dateisystem eines Servers oder an eine angebundene Datenbank kommen. Sie stecken in jeder Version seit PHP 5 aus 2004. Laut OpenAI hat GPT-5.6 Sol über die Initiative "Patch the Planet" eine davon mitgefunden, und Wiz hat mit seinem Agent Atlas zusammen mit Gemini 4 Argon und GPT-5.6 Sol weitere aufgespürt. Ob das genau die zwei sind, vor denen die NSA warnt, lässt TechCrunch offen.
Der Fix ist PHP 8.5.12. PHP 8.1 und älter haben keinen Support mehr, für sie kommt also auch kein Patch. Die NSA rät, eine Seite, die sich nicht sofort patchen lässt, so lange offline zu nehmen. WordPress verweist auf PHP selbst, gepatcht wird also am Server, und dafür braucht es deinen Hoster.
PHP läuft auf rund 70 Prozent des Webs. Wenn du Kundenseiten betreust, schau also heute noch nach, welche davon auf einem alten Stack sitzen.
Replit: Tauscht Claude still und leise gegen OpenAI
Replit-CEO Amjad Masad hat auf der TechCrunch Disrupt gesagt, dass Replit nicht mehr mit Anthropic arbeitet und Replit Agent jetzt standardmäßig OpenAI-Modelle nutzt. Claude steht weiter in der Modellauswahl. Als Gründe nannte er Kosten, Benchmarks und die starke Beziehung zu OpenAI, zusammengefasst in "I think ChatGPT is better now."
Replit selbst nennt das "model agnostic", und ein Insider hat TechCrunch gesagt, die Partnerschaft mit Anthropic bestehe weiter. TechCrunch hat außerdem gefunden, dass Replit noch vor wenigen Wochen Claude-Modelle beworben hat. Die offizielle Lesart ist also mit Vorsicht zu genießen.
Die meisten User ändern den Standard nie. Wenn du oder ein Kunde etwas auf Replit Agent gebaut habt, kann sich das Verhalten unter euch verschoben haben.
Von welchem Modell hängt das Produkt deines Kunden ab, und wer entscheidet, wann sich das ändert? Pinn es fest, teste nach jedem Wechsel und schreib es in den Vertrag.
Recursive: Flint ist ein Coding-Modell, das auf deinen Laptop passt
Recursive, das Startup von Richard Socher rund um selbstverbessernde AI, hat am 21. Oktober Flint veröffentlicht. Das ist ein kostenloses Mixture-of-Experts-Modell unter Apache 2.0 mit 40 Milliarden Parametern, von denen jeweils 2,5 Milliarden aktiv sind, und es läuft lokal und offline.
Recursive spricht von rund 131 Tokens pro Sekunde auf einem MacBook Pro mit M4 Pro, gegenüber 58 bis 69 bei vergleichbaren Modellen. Außerdem soll Flint auf SWE-Bench Verified andere Modelle unter 50 Milliarden Parametern schlagen. Das sind Zahlen vom Hersteller. Will Knight von Wired hat es auf einem Mac mit 48 GB laufen lassen und sagt, es hat seine Anfragen jedes Mal erledigt, wobei Recursive selbst zugibt, dass es kleinere Schritte braucht als die großen bezahlten Assistenten.
Laut Recursive hat seine Eureka Machine, ein automatisiertes Forschungssystem, bei fast jedem Schritt der Entwicklung mitgeholfen. Unabhängig geprüft hat das niemand.
Ein lokales Modell ohne Nutzungsgebühren, bei dem kein Kundencode die Maschine verlässt, ist schon praktisch. Mal schauen, ob es auf einer echten Codebase hält.
Tesla: Optimus-Produktion läuft, Cybercabs gibt es bis Jahresende zu kaufen
Im Aktionärsbrief zum dritten Quartal schreibt Tesla, dass es in seinem Werk in Fremont mit der Produktion von Optimus begonnen hat. Die Roboter vom Band seien "the first production-quality bots that we have manufactured". Stückzahlen und Liefertermine gibt es keine.
Im Earnings Call hat Tesla außerdem angekündigt, bis Ende 2026 Cybercabs an Kunden zu verkaufen, zuerst in kleinen Mengen. Jedes bisher gebaute Cybercab geht in Teslas eigene Robotaxi-Flotte. Die NHTSA hat im September eine Untersuchung eröffnet, wie Tesla ein Auto ohne Pedale und ohne Lenkrad zugelassen hat, und unbeaufsichtigtes FSD für Kunden hat sich auf Q2 2027 verschoben.
Wenn beide Termine halten, bekommen Flottenkunden ein autonomes Cybercab, bevor Tesla-Besitzer ein selbstfahrendes Model Y bekommen. Teslas Zeitpläne haben eine gewisse Vorgeschichte, wir werden also bald sehen, was davon hält.
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Häufige Fragen
Was ist Claude Duet und wer kann es nutzen?
Welche PHP-Versionen sind von den kritischen Lücken betroffen, vor denen die NSA warnt?
Warum ist Replit Agent von Claude auf OpenAI umgestiegen?
Was ist Recursive Flint und läuft es auf einem Laptop?
Produziert Tesla schon den Optimus-Roboter?
Ab wann kann man ein Tesla Cybercab kaufen?
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