Apple lässt fremde KI-Agenten in Keynote, Pages und Numbers
Agenten haben diese Woche Hände bekommen. Apple öffnet Pages, Keynote und Numbers über MCP für fremde Agenten und baut dem MacBook Pro einen Touchscreen ein, Googles Weltmodell Genie 4 kann jetzt Ton, und ein neuer Infostealer hat es auf deine Claude- und Cursor-Logins abgesehen. Dazu behaupten OpenAI und Anthropic beide, ihre Modelle hätten eine Hypothese aus 1999 widerlegt, und Xreal hängt Android XR an ein Kabel.
Google DeepMind: Genie 4 bekommt Ton und ein Lenkrad
DeepMind hat Genie 4 vorgestellt. Das Weltmodell erzeugt jetzt Musik, Umgebungsgeräusche und Dialoge der Figuren gleich mit der Szene, und du steuerst es mit normaler Sprache, während es läuft. Gemini 3.8 Flash hängt dazwischen und hält die Szene stimmig. TechCrunch hat die ausführlichere Story.
Zugang gibt es als Research Preview für ausgewählte Tester. Abonnenten von Google AI Ultra bekommen es in Project Genie, frühe Partner über die Gemini API und Google AI Studio. DeepMind sagt selbst, dass visuelle Details und Objektpermanenz bei längeren Läufen abdriften können.
Als Einsatzfälle nennt DeepMind Previs für Film, interaktive Prototypen aus einem Prompt und Trainingsumgebungen für Roboter und Agenten. Agenturen sollten sich die Prototypen anschauen, weil ein Kunden-Walkthrough, den du in einem Satz beschreibst, beim Durchklicken jeden Figma-Flow schlägt.
Einen Termin für alle anderen gibt es noch nicht, vorerst ist das also ein sehr guter Trailer.
Apple: Keynote lernt MCP, das MacBook Pro lernt Touch
Apple hat angekündigt, dass Pages, Keynote und Numbers einen eingebauten KI-Assistenten bekommen, als Beta und auf Modellen von Apple und OpenAI. Er entwirft Texte und baut sie um, gestaltet und animiert Folien und macht aus deinen Daten Tabellen und Diagrammvorschläge.
Unter macOS 27 unterstützen alle drei Apps außerdem das Model Context Protocol. Fremde Agenten können damit Inhalte lesen, Änderungen machen und Aktionen in den Apps ausführen. Apple, die Firma mit den gern geschlossenen Türen, hat deinem Agent gerade einen Schlüssel in die Hand gedrückt.
Das Update kommt im November und ist für bestehende Creator-Studio-Abonnenten gratis. Der Assistent kann vorerst nur US-Englisch, neue Abonnenten zahlen 12,99 Dollar im Monat.
Die Hardware kam einen Tag später. Apples MacBook Pro mit Touchscreen ist am 28. Oktober in 14 und 16 Zoll erschienen, ab 2.899 und 3.399 Dollar. Es hat ein neues PROLED-XDR-Display, ein Scharnier, das den Bildschirm beim Antippen stabil hält, und eine Aussparung im Stil der Dynamic Island statt der Notch. TechCrunch nennt dafür M5 Pro und M5 Max, dazu ein voll ausgestattetes 16-Zoll-Modell um 14.549 Dollar. Ein normales 14-Zoll-Modell mit M6, ab 1.999 Dollar, wurde schon am 27. Oktober vorgestellt. Verkaufsstart ist der 6. November.
Steve Jobs hat 2010 gesagt, dass Touch-Oberflächen nicht senkrecht stehen wollen und dir nach einer Weile der Arm abfällt. 16 Jahre später verkauft Apple eine senkrechte Touch-Oberfläche, mit einem Scharnier, damit sie nicht wackelt.
Die Berichte zum Launch sagen nichts über Touch-Funktionen in macOS 27, ob die Software zum Bildschirm passt, sehen wir also erst im November. Wie lange dauert es noch, bis der erste Entwurf jeder Kundenpräsentation von einem Agent kommt? Wenn deine Angebote in Keynote liegen, kannst du es nächsten Monat ausprobieren.
OpenAI & Anthropic: Zwei Labs, eine Hypothese aus 1999
OpenAI sagt, seine Modelle hätten die Exponential Time Hypothesis widerlegt, eine Annahme der Informatik aus 1999, nach der manche Logikprobleme exponentielle Zeit brauchen. Anthropic hat mit einer eigenen Widerlegung nachgezogen, nur Stunden nachdem sein Mathematiker Levent Alpöge angedeutet hatte, dass OpenAIs Ergebnisse auf bestehender Arbeit aufbauen.
Die Autoren der Hypothese, Russell Impagliazzo und Ramamohan Paturi, sollen die Behauptungen jetzt gemeinsam mit Ryan Williams vom MIT prüfen. Williams hatte OpenAIs Beweisflut vorher eine "DDOS attack on mathematicians" genannt und gesagt, OpenAIs Algorithmus könne nicht der bestmögliche sein.
Viele Papers bauen auf ETH auf, eine bestätigte Widerlegung würde also einige Fußnoten wackeln lassen. Bis Menschen das abnicken, ist es eine Behauptung mit einem schönen Repo. Und irgendwer muss eh erst die Zeit finden, um zu prüfen, was die Labs in diesem Tempo veröffentlichen.
Aokigahara: Der Stealer, der deine KI-Sessions will
Check Point Research hat am 23. Oktober seine Analyse von Aokigahara veröffentlicht. Der Infostealer holt sich die üblichen Browser- und Wallet-Daten und dazu Authentifizierungs-, Session- und Config-Dateien von Claude Code, Claude Desktop, Codex, ChatGPT Desktop, Cursor, Windsurf, GitHub Copilot und Gemini CLI.
Außerdem sammelt er Git-Zugangsdaten, SSH-Dateien und Credential-Dateien von AWS, Azure und Google Cloud. Wie sich die Malware verbreitet, sagt Check Point nicht, und wie die Betreiber mit der Beute Geld machen, ist auch nicht bestätigt.
Eine gestohlene KI-Session kann heißen, dass jemand anderer dein bezahltes Abo aufbraucht oder mit deinen Rechten im Repo deines Kunden sitzt. Auf Entwickler-Laptops liegen heute mehr Schlüssel als in den meisten Passwortmanagern.
Sag also auch deinen Freelancern, dass Logins für KI-Tools auf dieselbe Liste gehören wie Cloud-Keys. Nach jedem verdächtigen Download neu ausstellen, und weg damit von Rechnern, auf denen du sonst alles machst.
Xreal: Aura hängt Android XR an ein Kabel
Schon wieder Smart Glasses, zwei Wochen nach dem letzten Modell. Diesmal ist es Xreal Aura, ein kabelgebundenes Android-XR-Headset, vorgestellt auf dem Android Developer Summit. Es hat ein 1200p-Micro-OLED-Display mit 120Hz, ein Sichtfeld von 95 Grad, Audio von Bose und Gemini eingebaut.
Gerechnet wird auf einem Puck in Handygröße, deshalb wiegt die Brille nur 95 Gramm. Die Smart Glasses von Meta wiegen laut TechCrunch 69. Über USB-C kannst du auch einen Laptop oder eine Konsole anstecken und Aura als großen virtuellen Bildschirm nutzen.
Die Preise starten bei 1.279 Dollar, bis Dezember gilt ein Launch-Preis von 1.099 Dollar, und ausgeliefert wird ab Mitte November. Apps und Spiele aus Google Play laufen drauf.
Kabel und Puck machen das für die meisten zur Übergangslösung. Trotzdem fragen deine Kunden irgendwann nach Android-Apps vor den Augen, und deine bestehende Android-Arbeit zeigt schon in diese Richtung.
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Häufige Fragen
Was können KI-Agenten unter macOS 27 in Keynote, Pages und Numbers?
Was kostet das MacBook Pro mit Touchscreen?
Was ist neu an Google DeepMind Genie 4?
Haben OpenAI und Anthropic die Exponential Time Hypothesis widerlegt?
Welche KI-Tools greift der Infostealer Aokigahara an?
Was kostet Xreal Aura und ab wann wird es ausgeliefert?
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