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Googles erster Rechenzentrums-Satellit ist online und schreibt Haikus

Die Zukunft ist diese Woche in zwei Größen aufgetaucht. Google hat einen Satelliten im Orbit, auf dem ein Sprachmodell läuft, und Uber meldet, dass KI-Agenten in der stärksten Oktoberwoche genau vier Fahrten gebucht haben. Irgendwo zwischen diesen zwei Zahlen liegt der echte Stand bei KI. Dazu warnt Anthropic, dass bald schwer zu sagen sein könnte, wer hier wen baut, Meta kauft das Cockpit für Coding-Agenten, und OpenAI bringt ein Security-Modell, das es selbst als "Critical" einstuft.

Google: Ein Rechenzentrum im Orbit, das Haikus schreibt

Googles erster Suncatcher-Prototyp ist online und funkt zur Erde. Er ist Anfang Oktober mit einer Falcon 9 gestartet, war rund drei Wochen in der Inbetriebnahme und lässt jetzt Gemma 4 von DeepMind laufen. Der erste Testprompt war ein Haiku über das Leben im All. Limericks kamen danach.

Die Hardware ist bescheiden. An Bord sind vier TPUs, davon läuft immer nur eine, die Leistung liegt bei rund 1 kW, und eine TPU hält etwa 20 Minuten am Stück durch. Google will wissen, wie die Chips mit Strahlung und Hitze zurechtkommen. Tests am Boden sagen, dass Inferenz gut klappt, beim Training könnte es schwieriger werden.

Für 2027 sind zwei weitere Satelliten mit besseren Chips und optischen Verbindungen untereinander geplant. Google selbst nennt das Ganze ein Moonshot-Projekt für die 2030er, und laut einer begutachteten Analyse bräuchte Starship rund 1.800 Flüge, damit sich die Rechnung ausgeht.

Fürs Erste ist es also Poesie, und eine sehr teure Art herauszufinden, ob die Idee einen Bit-Flip überlebt.

Anthropic: "Wir könnten bald rekursive Selbstverbesserung erreichen"

Versteckt in Anthropics überarbeitetem S-1/A steht ein Risikofaktor mit Biss. Interne Schätzungen deuten darauf hin, dass künftige Modelle bald die eigene Definition aus der Responsible Scaling Policy erfüllen könnten, also "dramatically accelerated progress attributable to AI". Kein aktuelles Modell gilt als über dieser Linie, und Anthropic sagt, man prüfe die Daten noch.

Anthropic gibt auch zu, dass es Beschleunigung in der eigenen Entwicklung schon einmal übersehen und erst im Nachhinein bemerkt hat. Laut Anthropic wird Claude nachfolgende Frontier-Modelle nicht ohne echte menschliche Aufsicht entwerfen dürfen, und man überlegt RSP-Updates, damit Menschen eingebunden bleiben.

TechCrunch merkt an, dass ein S-1 gleichzeitig Offenlegung und Marketingdokument ist, Skeptiker können die RSI-Passage also so oder so lesen. Fair. Trotzdem sagt ein Lab seinen Investoren selten, dass es die eigene Beschleunigung womöglich verpasst.

Praktisch heißt das für dich etwas Langweiliges. Plan mit Tools, die sich schneller ändern als deine Quartals-Roadmap.

Uber: Vier Fahrten, null Panik

Im Q3-Call hat Uber erzählt, dass in der stärksten Oktoberwoche nur vier Fahrten über einen KI-Agenten bestellt wurden, bei rund 320 Millionen Fahrten und Bestellungen über Uber und Uber Eats. Bei Eats waren es immerhin 500 Bestellungen von Agenten. DoorDash hat eine Woche davor Ähnliches gemeldet, ein paar hundert.

CEO Dara Khosrowshahi hat das "very, very early and very limited traction" genannt. Seine eigene Rechnung erklärt auch, warum. Eine Fahrt in der App zu buchen dauert rund 50 Sekunden, das Lieblingsessen nachzubestellen rund 90. Ein Agent muss das schlagen, und das schafft er bisher meistens nicht.

Gleichzeitig sagt Meta, dass sein Assistent Muse über 10 Millionen Nutzer hat und viele davon darüber einkaufen. Die Nachfrage kommt also eher über Assistenten, die die Leute eh schon mögen und täglich nutzen.

Wenn dein Pitch an Kunden dieses Quartal "machen wir es agent-ready" heißt, wird das überhaupt wer nutzen? Frag das, bevor du den Scope festlegst.

Meta: Das Cockpit für Coding-Agenten gekauft

Meta hat Conductor übernommen, ein Startup, mit dem Entwickler mehrere Coding-Agenten parallel in eigenen Workspaces laufen lassen. Die Agenten kommen von Anthropic, OpenAI und anderen, Conductor ist die Steuerungsebene darüber. Es läuft in der Cloud, lokal oder vom Handy aus.

Der Cloud-Service von Conductor wird am 20. November abgedreht, danach werden die Cloud-Daten der Nutzer gelöscht. Die Kernfunktionen laufen bis Anfang nächsten Jahres weiter. Wenn du oder deine Freelancer es nutzen, exportiert bald, was ihr braucht.

Meta hat im August mit Muse Code einen eigenen Coding-Agenten gestartet und jetzt das Tool gekauft, mit dem Leute die Agenten anderer Labs orchestrieren. Das klingt nach einer Firma, die direkt am Schreibtisch der Entwickler sitzen will, gleich neben dem Modell-Dropdown.

Orchestrierung wird gerade zur eigenen Produktkategorie, und wer sie besitzt, entscheidet, welches Modell deine nächste Aufgabe bekommt.

OpenAI: GPT-6 Cyber bekommt das Label "Critical"

OpenAI hat GPT-6 Cyber vorgestellt. Das Modell ist für autorisierte Schwachstellensuche und Exploit-Entwicklung gebaut, und OpenAI stuft es im Preparedness Framework bei Cybersecurity als "Critical" ein, eine Stufe über "High" für GPT-5.6 Cyber. Zugang gibt es nur für freigegebene Daybreak-Red-Kunden über die API und Codex.

Die Ergebnisse sind konkret. Forscher haben 81 bisher unbekannte, schwere Lücken in Firefox gefunden, und Mozilla liefert schon Fixes aus. In einem Lauf auf den Linux-Kernel hat das Modell 1.724 Schwachstellen reproduziert und für 948 funktionierende Exploits gebaut, um rund 1,2 Millionen Dollar an API-Credits. Im Benchmark ExploitGym kommt es auf 48,5 Prozent, der Vorgänger auf 32,1 Prozent.

Security-Forscher Chris Hughes begrüßt, dass das Modell seltener außerhalb des erlaubten Rahmens handelt, und warnt, dass bei dieser Menge auch eine kleine Quote unerlaubte Aktionen bedeutet. Außerdem weist er darauf hin, dass bisher weniger als 25 Prozent der gefundenen Lücken behoben sind.

Bugs zu finden wird billig, aber beheben muss sie trotzdem wer. Frag deine Kunden also, wann ihr letztes Dependency-Audit war.

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Häufige Fragen

Was ist Google Suncatcher und was macht der erste Satellit?
Suncatcher ist Googles Projekt für Rechenzentren im Orbit. Der erste Prototyp ist im Oktober 2026 mit einer Falcon 9 gestartet, hat vier TPUs an Bord, von denen immer nur eine läuft, und betreibt Gemma 4 von DeepMind mit rund 1 kW Leistung. Der erste Testprompt war ein Haiku über das All. Für 2027 sind zwei weitere Satelliten geplant.
Steht Anthropic kurz vor rekursiver Selbstverbesserung?
In seinem überarbeiteten S-1/A schreibt Anthropic, dass interne Schätzungen darauf hindeuten, künftige Modelle könnten bald die Definition für stark beschleunigten Fortschritt durch KI aus der eigenen Responsible Scaling Policy erfüllen. Kein aktuelles Modell gilt als über dieser Linie. Claude soll nachfolgende Frontier-Modelle nicht ohne echte menschliche Aufsicht entwerfen.
Wie viele Uber-Fahrten werden von KI-Agenten gebucht?
Laut Uber wurden in der stärksten Oktoberwoche 2026 nur vier Fahrten über einen KI-Agenten bestellt, bei rund 320 Millionen Fahrten und Bestellungen über Uber und Uber Eats. Bei Uber Eats kamen 500 Bestellungen von Agenten. Eine Fahrt in der Uber-App zu buchen dauert rund 50 Sekunden, das muss ein Agent schlagen.
Was ist Conductor und was passiert nach der Übernahme durch Meta?
Mit Conductor lassen Entwickler mehrere Coding-Agenten von Anthropic, OpenAI und anderen parallel in eigenen Workspaces laufen. Meta hat das Startup im November 2026 übernommen. Der Cloud-Service wird am 20. November abgedreht und die Cloud-Daten der Nutzer danach gelöscht, die Kernfunktionen laufen bis Anfang 2027 weiter.
Was ist GPT-6 Cyber und wer kann es nutzen?
GPT-6 Cyber ist ein Modell von OpenAI für autorisierte Schwachstellensuche und Exploit-Entwicklung, im Preparedness Framework bei Cybersecurity als Critical eingestuft. Zugang haben nur freigegebene Daybreak-Red-Kunden über die API und Codex. Es hat 81 bisher unbekannte, schwere Lücken in Firefox gefunden und für 948 Schwachstellen im Linux-Kernel funktionierende Exploits gebaut.

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